Zahnhalteapparat & Parodontitis in Kaiserslautern

Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodont) gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Mundraum. Sie verlaufen anfangs oft unauffällig – können aber unbehandelt zu Zahnfleischrückgang, Knochenabbau und Zahnlockerung führen. In der Zahnarztpraxis Katrin Bazak in Kaiserslautern hat die Diagnostik und Behandlung der Parodontitis daher einen hohen Stellenwert: strukturiert, möglichst schonend und mit klarer Nachsorge.

Was ist Parodontitis? (umgangssprachlich „Parodontose“)

Viele sprechen von „Parodontose“ oder „Zahnfleischschwund“. Medizinisch unterscheiden wir meist zwischen Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Parodontitis (Entzündung mit Beteiligung tieferer Strukturen wie Faserapparat und Knochen).
Parodontitis entsteht, wenn sich in der Zahnfleischtasche ein ungünstiger Biofilm (bakterieller Belag) etabliert und die Immunantwort des Körpers zu einem entzündlichen Abbauprozess führt. Entscheidend ist dabei nicht „ein einzelnes Bakterium“, sondern das Zusammenspiel von Keimzusammensetzung, Abwehrlage und Risikofaktoren.

Typische Anzeichen und warum frühes Handeln wichtig ist

Parodontitis ist tückisch, weil sie zu Beginn häufig wenig Beschwerden verursacht. Hinweise können sein:

  • Zahnfleischbluten (spontan oder beim Putzen)
  • Schwellung, Rötung, Mundgeruch
  • Rückgang des Zahnfleischs, empfindliche Zahnhälse
  • „Länger werdende“ Zähne, Zahnwanderungen
  • Lockerungsgefühl oder verändertes Bissgefühl

Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser lassen sich Entzündung und Fortschreiten in vielen Fällen kontrollieren.

Risikofaktoren: Was Parodontitis begünstigen kann

Parodontitis hat meist mehrere Einflussfaktoren. Häufig relevant sind:

  • Rauchen
  • Diabetes bzw. ungünstige Blutzuckereinstellung
  • genetische Disposition
  • Stress, Mundtrockenheit, bestimmte Medikamente
  • unregelmäßige oder nicht risikoadaptierte Prophylaxe

Wichtig: Risikofaktoren bedeuten nicht „Schuld“, sondern helfen, die Nachsorge sinnvoll zu planen.

Diagnostik in unserer Praxis

Eine gute Therapie beginnt mit einer sauberen Bestandsaufnahme. Je nach Situation gehören dazu:

  • Messung der Zahnfleischtaschen und Blutungsneigung
  • Beurteilung von Zahnfleischrückgang und Stabilität
  • Röntgendiagnostik zur Einschätzung knöcherner Veränderungen
  • bei Bedarf mikrobiologische Diagnostik (Keimprofil) zur risikoorientierten Planung

Ziel ist eine Therapie, die zu Befund, Risiko und Lebenssituation passt – nicht ein Schema „für alle“.

Therapie: Schonend, strukturiert, nachvollziehbar

Die Parodontitisbehandlung erfolgt in der Regel stufenweise:

1) Vorbehandlung und Hygiene-Optimierung

Entzündungen lassen sich nachhaltiger stabilisieren, wenn die häusliche Pflege funktioniert. Wir besprechen Putztechnik, Interdentalpflege und sinnvolle Hilfsmittel.

2) Nicht-chirurgische Parodontaltherapie

Reinigung der Wurzeloberflächen und Taschenbereiche mit modernen Instrumenten (z. B. Ultraschall/Handinstrumente) – möglichst schonend und gut tolerierbar.

3) Reevaluation und Nachsorge (Recall)

Kontrolle der Entzündungszeichen, Anpassung der Intervalle und Stabilisierung über regelmäßige Nachsorgetermine. Parodontitis ist oft eine Langzeit-Thematik – erfolgreich wird sie vor allem durch konsequente Nachsorge.

4) Fortgeschrittene Befunde

Bei fortgeschrittenem Knochenabbau können – je nach Befund – ergänzende Maßnahmen sinnvoll sein. Welche Optionen realistisch sind, klären wir individuell nach Diagnostik und Verlauf.

Keine Angst vor dem Zahnarztbesuch

Auch bei Angst- oder Schmerzpatient:innen ist eine Parodontitistherapie heute meist gut machbar. Wir erklären jeden Schritt, planen Behandlungseinheiten realistisch und achten auf ein Vorgehen, das medizinisch sinnvoll und möglichst stressarm ist.

FAQ zur Parodontitis

Ist Parodontitis heilbar?

Parodontitis ist häufig eine chronische Erkrankung. Das therapeutische Ziel ist, Entzündung und Fortschreiten zu kontrollieren und die Situation langfristig zu stabilisieren – vor allem über Nachsorge/Recall.

Tut die Behandlung weh?

Viele Schritte sind mit moderner Anästhesie und schonender Technik gut tolerierbar. Empfindlichkeiten lassen sich in der Regel gut steuern.

Wie lange dauert eine Parodontitisbehandlung?

Das hängt von Befund und Verlauf ab. Meist gibt es eine aktive Therapiephase und anschließend regelmäßige Nachsorgetermine in risikoadaptierten Intervallen.

Warum ist Prophylaxe danach so wichtig?

Weil sich der Biofilm kontinuierlich neu bildet. Stabilität entsteht durch konsequente Pflege zuhause plus professionelle Nachsorge.

Termin vereinbaren

Zögern Sie bei Zahnfleischbluten oder dem Verdacht auf Parodontitis nicht zu lange. Je früher wir diagnostizieren, desto besser lassen sich Schäden begrenzen.